Die Künste, samt dem Lehrreichen an ihnen, gehören zu den Lustbarkeiten.
Der Mensch ist ein gestalterisches Wesen, getrieben von Neugierde. Diese Bedürfnisse gilt es zu fördern und kreativ umzusetzen. Bei uns wird jeder dort aufgenommen, wo er gerade steht und ganz individuell weiterentwickelt. Ziel ist nicht, dass alle dasselbe oder ähnliches fertigen, sondern gerade die Vielfalt steht im Vordergrund. So verändert sich auch sehr schnell die Motivation der Teilnehmer. Freude, Spaß und Freiheit halten in die Werke Einzug. Grenzen bröckeln langsam, werden mitunter aber auch stürmisch eingerissen.
Es geht doch! Und ganz schnell beginnt man über den Tellerrand zu schauen und verlangt nach mehr. Warum mache gerade ich das so und nicht anders? Nie gestellte Fragen sind plötzlich da und suchen nach Antworten.
Zwinger (Maler aus Greifswald) äußerte in einem Telefonat: „Die Leute glauben malen sei Glück – ein Verhängnis ist das, ein Verhängnis!“ Je nach Hingabe wird der Maler zum Suchenden, der eigentlich nirgends ankommt (zwingersches „Verhängnis“).
Natürlich sucht jeder Maler auch nach Anerkennung, braucht diese sogar wie ein Grundbedürfnis zur weiteren Motivation. Unzählige Studien haben bewiesen, dass die kreativen Energien, die beim Malen/Musizieren freigesetzt werden, maßgeblich zu einer Steigerung des Wohlgefühls beitragen.
Die Entwicklung einer jeden Person ist in diesem besonderen Spannungsfeld Kunst und Gesellschaft (Klärung der Realität) nach oben offen.
Ganz konkret malen/zeichnen wir Bilder. Also muss unser Ziel das Produkt Gemälde/Bild sein! Nur, wer beurteilt dieses Endprodukt da vor uns auf der Staffelei und welche Wertmaßstäbe werden angelegt?
Der Maler? | Vermutlich wird der selten ganz zufrieden sein. |
Der Betrachter? | Er bringt seine anerzogene und mehr oder weniger lang erfahrene Sehweise mit, trägt sein Wohnzimmer mit sich herum. |
Der Käufer? | Der fragt nach der Verwendung. Gefällt es? Passt es? Was kostet es? |
Es gilt also jeden in der Gruppe dort abzuholen, wo er in seiner Entwicklung gerade steht und gemeinsam Sehgewohnheiten zu überprüfen. Eigene, nicht die des Käufers.
Jeder Mensch ist ein Künstler. Das bedeutet, die Werke müssen den Maler wiederspiegeln, mit seiner ganzen Persönlichkeit. Seinen Wünschen, Hoffnungen, Sehnsüchten, Bedürfnissen, Krankheiten, Werden und Vergehen. Dann entstehen authentische Werke, deren Wert auch der Betrachter erkennt. Die Person muss hinter dem Bild stehen, redlich sein.
Gegründet wird dies natürlich auf soviel wie erforderlichem Handwerk. Unterstützt durch Rückblicke in die Geschichte der Kunst. Thematischer Bearbeitung der einzelnen Kunstrichtungen. Besuche und Gespräche mit Künstlern wie Rudolf Austen, Torsten Zwinger, Ehepaar Jastram, Ausstellungsbesuchen, Malwochenenden, Bearbeiten von Projekten usw..